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Verhandlungen, Gespräche, Briefe. Savoyisch-französische Fürstenheiraten in der Frühen Neuzeit

Friederike Willasch

Friederike Willasch, Verhandlungen, Gespräche, Briefe. Savoyisch-französische Fürstenheiraten in der Frühen Neuzeit, Thorbecke, 2018.

Adelige Eheschließungen gelten in der Frühen Neuzeit als Instrumente der Politik. Doch die vermeintlichen Erfolge wie Friedensverträge oder Bündnisse waren nicht immer dauerhaft, was den strategischen Nutzen der Fürstenheirat in Frage stellt. Warum aber waren adelige Eheschließungen trotzdem über Jahrhunderte hinweg fester Bestandteil politischen Handelns? In dieser Studie werden drei savoyisch-französische Eheschließungen aus dem Zeitraum vom 15. bis 17. Jahrhundert betrachtet.

Im Fokus der Untersuchung stehen dabei nicht Verträge oder Bündnisvereinbarungen, sondern Verhandlungen, Gespräche und Briefe, die das kommunikative Geschehen vor und nach einer Eheschließung abbilden. Das Ergebnis der Verhandlungen war für die Beteiligten selten vorherzusehen und die Kommunikation in und durch Briefe zeigt Flexibilität und Offenheit bei der Eheanbahnung. Vor dem Hintergrund der französisch-habsburgischen Konflikte im Norditalien der Frühen Neuzeit erwies sich diese Dynamik für die Herzöge von Savoyen als besonders wichtig. Deshalb erlangte nicht die adelige Heirat selbst politische Bedeutung: Eheschließungen aber auch Eheanbahnungen schufen vielmehr notwendige Beziehungszusammenhänge und ließen diese fortdauern – sogar ohne eine Hochzeit.

Friederike Willasch wurde 2016 mit der vorliegenden Arbeit an der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Universität Hannover promoviert.