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Zwischen Katholizismus und Calvinismus. Herzogin Renata d’Este. Eine Eklektikerin der Reformationszeit

Elena Taddei

Elena Taddei, Zwischen Katholizismus und Calvinismus. Herzogin Renata d’Este. Eine Eklektikerin der Reformationszeit, Studien zur Geschichtsforschung der Neuzeit ; Bd. 36, Hamburg : Verlag Dr. Kovac 2004, 417 S., ISBN 3-8300-1246-2, EUR 110,00.

Dieses Buch versteht sich nicht nur als Biographie über Renata d’Este (1510–1575), eine französische Prinzessin, die 1528 mit Ercole II. d’Este, dem späteren Herzog von Ferrara, Modena und Reggio vermählt wurde. Es versucht auch das zwischen Frankreich und Italien geteilte Leben dieser adeligen Frau der Frühen Neuzeit in die schwierige Zeit der religiösen Unruhen, der Etablierung von neuen Glaubenslehren, der Hugenottenkriege und der politischen Auseinandersetzungen zwischen Frankreich, dem Papsttum und dem Kaisertum einzubetten. Dabei bleibt die zentrale Frage freilich die, ob diese Fürstin, die sehr viele Calvinisten in ihrer Entourage beschäftigte, die Johannes Calvin 1536 in Ferrara aufnahm, die in Italien und in Frankreich die Flüchtlinge der Glaubenskriege und der religiösen Verfolgungen unterstützte, auch selbst eine Calvinistin, und somit für die damalige Zeit und für das damalige Verständnis eine Ketzerin war. Es ist Aufgabe dieser Arbeit, das oft verzerrte Bild von Renata d’Este zu revidieren und ihre Person, zusammen mit anderen dieser Zeit, in die weite, von der jüngeren und jüngsten Forschung erst wahrgenommene Grauzone zwischen Katholizismus und Calvinismus zu stellen. Zu dieser Gruppe gehörten viele, die nicht einen Bruch mit der römischen katholischen Kirche wollten, aber nach Reformen für einen vom scholastischen Denken befreiten Glauben in seiner Urform verlangten, oder eklektisch Ansätze der neuen Glaubenslehren in „ihre katholische Frömmigkeit“ aufnahmen.

Compte rendu d’Anne Conrad :
Renée de France (*1510, +1575), Tochter des französischen Königs Louis XII., seit 1528 verheiratet mit Ercole d’Este von Ferrara, war eine umstrittene Frau, die durch ihre religiöse Haltung Irritationen auslöste, Aufsehen und Kritik erregte. Offensichtlich sympathisierte sie mit dem Calvinismus, gleichzeitig pflegte sie gute Kontakte nach Rom ; den einen galt sie als Ketzerin, die anderen hoben ihre Frömmigkeit hervor. Die verschiedenen Sichtweisen finden sich bereits bei den Zeitgenossen und ebenso in der späteren Bewertung durch die Historiografie...

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