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Neue Regeln, neue Medien. Barocke Profanarchitektur zwischen Verwissenschaftlichung und Ästhetisierung

Stephan Hoppe

Hoppe, Stephan, "Neue Regeln, neue Medien. Barocke Profanarchitektur zwischen Verwissenschaftlichung und Ästhetisierung", dans Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland, vol. 5: Barock und Rokoko, éd. par Frank Büttner, München, Berlin, 2008, p. 380-396.

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Die profane Architektur der Barockzeit in Deutschland unterscheidet sich in vielerlei Beziehung von jener des Mittelalters. Dies ist nicht die Folge eines abrupten kulturellen Bruches, sondern eher das Ergebnis einer Vielzahl von graduellen Wandlungen, die besonders die vorangegangene Periode der Renaissance prägten und in der Summe die älteren Zustände erst im 17. Jh. weitgehend verdrängten. Monokausale Erklärungen, wie sie in der Großen Erzählung vom »Gänsemarsch der Stile« faszinieren, wird man deshalb heute nur noch für bedingt hinreichend erachten. Es sind ganze Bündel von Faktoren, die hier zusammenwirkten: Sie reichen von Veränderungen epochenspezifischer Seherwartungen und individueller Reiseerfahrungen über politische und soziale Konkurrenzen der Höfe und Konfessionen bis hin zur allgemeinen Intensivierung von Herrschaft und Verwaltung und einer expandierenden Weltwirtschaft. Im engeren Fokus wandelten sich auch die Prozesse des Planens und Bauens grundlegend: Aus dem weitgehend theoriefernen mittelalterlichen Handwerk wurde seit dem 15. Jh. immer mehr ein Bereich allgemein zugänglichen und diskutablen Wissens. Man erwartete, die Gestalt aller Arten von Gebäuden auf rationale Weise herleiten und beschreiben zu können und unternahm auch außerhalb des eigentlichen Baubetriebs vielfältige Anstrengungen, sich solide architekturbezogene Kompetenz anzueignen. Immer deutlicher trat das auf verallgemeinerbare Grundprinzipien und genormte Beschreibungsverfahren ausgerichtete Ideal der Wissenschaft mit immer mehr Bereichen des Bauwesens in Kontakt.

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